Beautymedia-Redaktion · Kosmetikerin seit 2010 · Zuletzt geprüft am 19. Oktober 2026
Eine Haarverlängerung hält nur dann gut und sieht natürlich aus, wenn das Eigenhaar richtig vorbereitet wird. Die wichtigsten Schritte: gründliche Haarwäsche ohne Conditioner im Ansatz, Überprüfung der Haargesundheit und ein ausführliches Beratungsgespräch. Dieser Ratgeber zeigt, welche Vorbereitungen Sie als Dienstleister treffen sollten und worauf Kundinnen vor dem Termin achten müssen.
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Beratungsgespräch und Aufklärung
Vor jeder Haarverlängerung steht ein Beratungsgespräch. Hier klären Sie gemeinsam mit der Kundin:
- Gewünschtes Ergebnis: Länge, Volumen, Farbanpassung
- Methode: Bonding, Tape, Microring – je nach Haarstruktur und Lebensstil
- Zeitaufwand: Je nach Methode und Strähnenanzahl 2–5 Stunden
- Pflege danach: Spezielle Shampoos, Bürsttechnik, Schlafgewohnheiten
- Haltbarkeit und Hochsetz-Termine: Tape-Extensions nach 6–8 Wochen, Bondings nach 3–4 Monaten
Wichtig ist, dass Sie mögliche Unannehmlichkeiten ansprechen: leichtes Spannungsgefühl in den ersten Tagen, Gewöhnungszeit beim Schlafen, erhöhter Pflegeaufwand. Ein schriftliches Formular mit Hinweisen zu Nebenwirkungen und Alternativen hilft, Missverständnisse zu vermeiden.
Haarwäsche vor der Behandlung
Das Eigenhaar muss am Tag der Behandlung frisch gewaschen und vollständig trocken sein. Entscheidend dabei:
- Keine Conditioner oder Kuren im Ansatz: Silikone und Öle verhindern, dass Bondings oder Tapes richtig haften. Waschen Sie das Haar mit einem milden, silikonfreien Shampoo.
- Keine Stylingprodukte: Haarspray, Schaumfestiger oder Öle müssen vollständig ausgewaschen sein.
- Vollständig trocknen: Feuchte Haare nehmen Bonding-Kleber oder Tape-Verbindungen nicht zuverlässig an. Föhnen Sie das Haar gründlich durch.
Manche Studios bieten eine Vorwäsche im Salon an – das gibt Ihnen die Kontrolle über die Vorbereitung und spart Zeit, wenn Kundinnen unsicher sind, welche Produkte geeignet sind.
Gesundheitscheck der Haare und Kopfhaut
Vor dem Einsetzen prüfen Sie Haar und Kopfhaut auf mögliche Ausschlusskriterien:
- Haarbruch oder starke Spliss: Sehr geschädigtes Haar trägt das Gewicht der Extensions schlecht. In diesem Fall empfehlen Sie eine Aufbaukur über mehrere Wochen.
- Kopfhautprobleme: Schuppenflechte, Ekzeme oder offene Stellen sind Kontraindikationen. Extensions können Juckreiz verstärken und Entzündungen verschlimmern.
- Haarausfall: Bei diffusem oder kreisrundem Haarausfall raten Sie von einer Verlängerung ab – das zusätzliche Gewicht belastet die Haarwurzeln.
- Haardichte: Zu dünnes Eigenhaar kann die Verbindungsstellen sichtbar machen. Hier ist eine Volumenverlängerung mit weniger Gewicht sinnvoller als eine reine Längenverlängerung.
Dokumentieren Sie den Zustand des Eigenhaars mit Fotos – das schützt Sie bei späteren Reklamationen und hilft, Veränderungen nach der Behandlung nachzuvollziehen.
Auswahl der Extensions
Die Qualität und Farbanpassung der Extensions entscheidet über das Endergebnis:
- Echthaar vs. Kunsthaar: Echthaar lässt sich färben, glätten und stylen wie Eigenhaar. Kunsthaar ist hitzeempfindlich und wirkt oft weniger natürlich.
- Farbabstimmung: Halten Sie die Strähnen direkt ans trockene Eigenhaar – Kunstlicht verfälscht die Farbe. Bei mehrfarbigem Haar mischen Sie verschiedene Töne.
- Struktur: Glatte Extensions passen nicht zu naturkrausem Haar. Achten Sie auf ähnliche Haarstruktur oder planen Sie ein Styling nach dem Einsetzen ein.
- Gewicht: Zu schwere Extensions belasten die Haarwurzeln. Für feines Haar wählen Sie dünnere Strähnen und verteilen das Gewicht gleichmäßig.
Vorbereitung des Arbeitsplatzes
Legen Sie alle Werkzeuge und Materialien bereit, bevor die Kundin Platz nimmt:
- Extensions nach Farbe und Länge sortiert
- Bonding-Zange oder Tape-Schere (je nach Methode)
- Stielkamm zum Abteilen
- Haarklammern
- Spiegel für Zwischenkontrollen
- Reinigungsalkohol (falls Bonding-Reste entfernt werden müssen)
Planen Sie ausreichend Zeit ein – Zeitdruck führt zu unsauberen Verbindungsstellen und ungleichmäßiger Verteilung.
Hinweise für die Kundin vor dem Termin
Geben Sie der Kundin eine schriftliche Checkliste mit:
- Haare am Morgen des Termins waschen (ohne Conditioner im Ansatz)
- Keine Stylingprodukte verwenden
- Haare vollständig trocknen
- Lockeres, bequemes Oberteil tragen (kein enger Rollkragen)
- Zeitpuffer einplanen (Behandlung kann länger dauern als geschätzt)
- Bei Fragen vorab anrufen
Manche Kundinnen unterschätzen die Sitzdauer – weisen Sie darauf hin, dass sie bei Bedarf Pausen einlegen können.
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Häufige Fragen zur Vorbereitung
Kann ich Extensions einsetzen, wenn die Kundin ihre Haare am Vortag gewaschen hat?
Das hängt davon ab, ob Stylingprodukte verwendet wurden. Frisch gewaschenes Haar haftet besser, aber wenn die Haare sauber und produktfrei sind, ist auch eine Wäsche vom Vortag möglich. Prüfen Sie den Ansatz auf Rückstände.
Wie lange vorher sollte die Kundin keine Haarkur mehr verwenden?
Mindestens 24 Stunden vor dem Termin keine Kuren oder Leave-in-Conditioner im Ansatz. Silikone legen sich als Film um das Haar und verhindern festen Halt der Verbindungsstellen.
Was mache ich, wenn die Kopfhaut am Tag der Behandlung gereizt ist?
Verschieben Sie den Termin. Gereizte oder entzündete Kopfhaut reagiert auf Zug und Druck der Extensions mit Schmerzen und kann sich verschlimmern. Klären Sie die Ursache ab.
Sollte die Kundin vor der Haarverlängerung zum Friseur gehen?
Schneiden Sie das Eigenhaar erst nach dem Einsetzen der Extensions. So können Sie Übergänge angleichen und ein gleichmäßiges Gesamtbild schaffen. Ein Vorher-Schnitt kann die Längenplanung erschweren.
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